a n n e g r e t p o s c h l e p
            a n n e g r e t  p o s c h l e p  

Kunststücke II v.22.6.-11.8.2017

Kunstverein Ottobrunn im

B. Verwaltungsgericht München

 

 

 

 

 

.................................................................................................

recycling v.15.-30.7.2017

Kunstverein Erding (kuratiert)

Frauenkircherl Erding-Schrannenplatz

 

 

 

 

........................................................................................................

THE ARTBOX PROJECTS 2017 Basel 1.0

www.theartboxprojects.com

14.- 18.Juni 2017

let the time flow

lass fliessen die zeit

120x150

 

 

 

 

 

.................................................................................................

Gemälde: Annegret Poschlep: Lass fliessen die Zeit / let the time flow

Text: Petra Winter:   Endlich Zeitreisen 

 

Der Tag vor ihrem 102. Geburtstag, zog sich endlos hin. Ihre Urenkelin, eine Astronautin, brachte ihr schon am Morgen einen speziell aufbereiteten Grüntee ans Bett.
Morgen an ihrem Geburtstag durfte sie als eine von zwei weiteren Senioren und als älteste und einzige Frau endlich Zeitreisen. Sie konnte es kaum erwarten.
Die ersten Zeitreisen wurden schon vor fünfzig Jahren durchgeführt – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Erst Ende der 20er Jahre erschienen die ersten Berichte in den Zeitungen, die einen so großen Hype auslösten, dass Zeitreisen extrem legitimiert wurde.
Doch es gab schon vorher Anzeichen. Künstler griffen dieses Thema immer etwas eher auf, Künstler spürten Zeitreisen lange bevor es käufliche Tickets dafür zu erwerben gab.
Pea erinnerte sich an Bücher und an Filme und an Steinkreise, an denen man in eine neue, alte Welt fiel, in der geliebt, geküsst und leidenschaftlich gelebt wurde oder die mysteriös waren und das Unerklärliche verständlich machten. Eine dieser Geschichten hatte sie 2017 selbst geschrieben.
Ihre Geschichte basierte auf einem Gemälde einer Münchner Malerin und hieß „Lass fliessen die Zeit“ Die Gattin des Bürgermeisters der Stadt Bad Tölz, die dieses Gemälde, eine Komposition aus fliessenden, ineinanderlaufenden Farben aus weiß und grau und dunkelschwarz, für das Bürgermeister Büro erstanden hatte, verschwand als Erste durch das Bild.
„Angriff – Bürgermeister Gattin entführt?“ titelte die BILD-Zeitung und vermutete braune, rote oder grüne Hintergründe oder „gar eine schwarze Verschwörung?“ 
Als nur kurze Zeit später der Kämmerer der Stadt zu lange in das Bild sah und an die lebenslustige Frau dachte und auch verschwand, titelte die BILD „Außerirdische Zustände
in Bad Tölz – gibt es ein schwarzes Loch?“
Doch als fünf Jahre später – das Gemälde stand mittlerweile im Haus der Kunst in München – die Bürgermeisters-Gattin und der Kämmerer wohlbehalten und keinen Tag gealtert um 2 Uhr morgens aus dem Bild kamen und einen polizeilichen Großeinsatz auslösten, da Einbrecher im Museum vermutet wurden – da war Zeitreisen schon etabliert. Nichts Neues mehr.
Doch es gab nur wenige Gemälde wie „Lass fliessen die Zeit“, die es schafften diesen Augenblick einzufangen, diese Stärke, den Augenblick zwischen Wachsein und Träumen, den Augenblick zwischen dem Leben, es gab nur wenige Schlüssel für die Zwischenzeit.
Zeitreisen war ein Luxusartikel und vor allem nur jungen Menschen vorbehalten.
Der 7. Mai 63 war das erste Experiment mit älteren Menschen. „Bei einer Lebenserwartung von durchschnittlich 125 Jahren, wird es Zeit, dass wir Daten sammeln, wie ältere Menschen damit zurechtkommen“, war der allgemeine Tenor.
Pea verbrachte ihren letzten Tag ganz bewusst. Von ihrer großen und weitverzweigten Familie reisten einige sogar aus dem gerade neu gegründeten Mexi-Amerika an, um den großen Moment nicht zu verpassen.
Beim gemeinsamen Essen wurden die neuesten Gemälde herumgezeigt, im Hintergrund lief der Radiosender der Familie und es wurden viele Geschichten erzählt. Geschichten von Zeitreisen. Ausgedachte. Erfundene. Und wahrgewordene.
„Früher ist man in München in ein Flugzeug eingestiegen und 45 Minuten später in Mailand wieder ausgestiegen“, erzählte jemand unter Gelächter. Irgendwann verebbte das Erzählen oder vielleicht zerfloss es auch nur in ein Bachgemurmel. Pea schlief im Sessel ein. 
Schön, so ein schönes Leben, dachte sie. Endlich. Ich bin bereit.

.................................................................................................................................................

 

     

Ausschnitte6 - Orangerie Chin.Turm 14.-20.11.2017

Ausschnitte7 - Kulturzentrum Trudering  26.2.-24.3.2018

.................................................................................................

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                     

                                                                         

Druckversion Druckversion | Sitemap
© annegret poschlep